European Identities and Transcultural Exchange
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Herausgegeben von:
Sabine Frommel
und Eckhard Leuschner
This international scholarly series aims at exploring the shaping and re-shaping of European identities by means of artistic and cultural exchange in the Early Modern era, including the migration of artists, artistic models, means of expression and techniques, knowledge and ideas. Adopting a dynamic vision of transcultural processes and their political, social and religious contexts, it intends to present exemplary research on a wide range of artistic topics and media.
Fachgebiete
Bemalte Theatervorhänge waren um 1800 ein prominentes und weithin wahrgenommenes Bildmedium der Wiener Kunst. Maßgeblich geprägt wurde die Vorhangmalerei dieser Schwellenepoche durch den bedeutenden Maler Heinrich Friedrich Füger (1751–1818). Auf dem „Radar" der Kunst- und Theaterwissenschaften erscheinen diese herausragenden Monumentalgemälde von europäischem Rang dagegen schon lange nicht mehr. Noch immer werden die visuellen Wirkungsmöglichkeiten dieses Bildmediums unterschätzt.
Die Publikation widmet sich erstmalig dem bemalten Theatervorhang aus kunsthistorischer Perspektive. Mit dem besonderen Blick auf die Wiener Vorhangmalerei um 1800 werden neue Ansatzpunkte zum Lesen dieser Riesengemälde geboten und Perspektiven der Einordnung in die kulturellen Diskurse der Epoche aufgezeigt.
In seinen Grotten und Gartenkonzepten entwickelte Bernard Palissy (1510–1590) den veristischen „style rustique". In ihm spiegeln sich die Umbrüche wider, die das Europa der Renaissance insbesondere in Religion und Wissenschaft grundlegend verändert haben.
Juliette Ferdinand setzt sich mit allen Interessensgebieten von Palissy auseinander, darunter Keramik, Gartenkunst und Naturphilosophie. Sie beleuchtet seine Forderung nach einer Reform von Wissenschaft und Religion, die bestimmt sein sollte von der Rückbesinnung auf die Ursprünge der Natur und der Schriften. Die „rustic figulines", die auch den heutigen Betrachter noch in Staunen versetzen, zeugen von der Komplexität und dem Reichtum einer ganzen Ära.
Der Band befasst sich mit der Interpretation der italienischen Renaissance durch französische Künstler seit dem späten 18. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf den Ursprüngen des historiografischen Mythos von Architektur und Kunst des toskanischen Quattrocento, darauf wie dieser Mythos Form annahm und sich dank des Blickes französischer Reisender, Philosophen, Gelehrter, Künstler und v.a. Architekten verbreitete. Der Autor analysiert Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Toskanareisen von Architekten sowie die innovative Praxis des Abpausens der Originalzeichnungen von Renaissancearchitektur. Untersucht wird außerdem die Tendenz französischer Architekten, eine Architektursprache der italienischen Neorenaissance zu fördern, die sich an vom Bürgertum des 19. Jahrhunderts vertretenen Werten orientiert.
Cet ouvrage s'intéresse à l'interprétation de la Renaissance italienne par les artistes français depuis la fin du XVIIIe siècle. L'accent est mis sur les origines du mythe historiographique de l'architecture et de l'art du Quattrocento toscan, et sur la manière dont ce mythe a pris forme et s'est répandu grâce au regard des voyageurs, philosophes, érudits, artistes et surtout architectes français. L'auteur analyse la genèse et le développement des voyages en Toscane des architectes ainsi que la pratique innovante de la copie des dessins originaux d'architecture de la Renaissance. Il examine également la tendance des architectes français à promouvoir un langage architectural de la néo-renaissance italienne, inspiré des valeurs défendues par la bourgeoisie du XIXe siècle.
Die Typographia Medicea (1584–1614) hatte eine Sonderstellung unter den römischen Offizinen inne – unterstützt von Papst Gregor XIII. und finanziert durch Ferdinando de'Medici produzierte sie Bücher auf Arabisch und Chaldäisch, die wissenschaftlichen und missionarischen Ansprüchen zugleich gerecht werden sollten. Diese Studie wertet die umfangreichen erhaltenen Rechnungsunterlagen und Geschäftskorrespondenzen im Hinblick auf die Frage aus, wie sie sich im Netzwerk europäischer Druckereien und des internationalen Buchmarktes positionierte. Am Beispiel der arabischen und arabisch-lateinischen Evangelien gibt sie Einblicke in den Ablauf und die Kosten des Produktionsprozesses der Bücher, Aushandlungspraktiken mit der päpstlichen Zensurbehörde, Buchagenten und Diplomaten.